Mehr Hardware für’s Podcasten

Mein Podcast Equipment hat gerade einen Neuzugang bekommen:

ein Fußpedal

Die Episoden des Datenschutz Podcasts sollen nämlich nach Möglichkeit alle ein volles Transkript bekommen und Transkribieren ist mit dem Umschalten zwischen den Programmen (Schreiben und Abspielen/Pause) ein ziemlicher Zeitfresser. Bisher hab ich ungefähr das Vierfache der Aufnahmezeit zum Transkribieren gebraucht – bei anderthalb Stunden Aufnahme also gute sechs Stunden. Und da sind Schneiden und Audionachbearbeitung noch nicht drin. Wobei ich zugegeben für die Audiobearbeitung gern Auphonic verwende, aber manche groben Störgeräusche frickel ich meist schon selbst vorher raus.

Ich bin jedenfalls mal gespannt, wieviel das Play/Pause-Umschalten mittels Pedal an Zeit spart. War auf Mac leider ein ziemlicher Aufwand, das zum Laufen zu bringen und geht auch nur in iTunes, nachdem es bei MacOS keine globalen “Hotkeys” gibt, aber immerhin. In Reaper wäre es natürlich perfekt, dann braucht man es nur einmal durchhören und kann gleich schneiden, wenn etwas zu schneiden ist, aber mal sehen, vielleicht krieg ich das noch parallelisiert.

Ich werde Bericht erstatten. 🙂

Patchwork – ein erster Versuch

Es ist Sonntag, die Leseprobe ist gerade bei einer Testleserin und ich dachte mir: super, zwei Stunden Zeit, mal was Neues auszuprobieren!

Ich hab schon seit einer Weile vor, mir dieses “Patchwork” mal anzusehen, von dem alle reden. Gesagt, getan. Installieren ging einfach, auch wenn die Hersteller offenbar keine Apple Zertifizierung haben und man dem Rechner erst ausdrücklich erlauben muss, das Programm dann auch zu öffnen – schade, aber lässlich.

Schlimmer finde ich ja die Optik: Windows95 lässt grüßen und das hab ich damals schon gehasst. Außerdem blinkt gleich als erstes mal ein Zeile “Neues Projekt unter ‘Eigene Dateien'”. Ich hab nichtmal einen Ordner ‘Eigene Dateien’, den gibt es weder für Linux noch für Mac.

Daneben der “Interaktive Hilfe-Assistent” mit einer roten Warnmeldung: “Szenenlogik von Patchwork noch unbekannt? Bitte unbedingt das Video ansehen (klick hier)!” Ich bin genervt. Es ist hässlich UND schickt mich erstmal auf eine ebenso Foren-Seite mit einem eingebetteten YouTube Video. Ich will verdammt nochmal gar keine Videos sehen!

Ich weiß, ich lebe gegen den Trend. ALLE schmeißen einen momentan mit Videos zu. Ich weiß, ich bin da vielleicht komisch. Aber ich mag keine Videos, heißer Scheiß hon oder her. Wer zur Hölle ist auf die Idee gekommen, dass man für JEDE KLEINSTE INFO ein verdammtes Video braucht, um den Inhalt der Information zu kapieren? Wenn ich einen Artikel mit drei Absätzen kriege oder auch mehr und mit Screenshots, bin ich fünfmal so schnell fertig, als wenn ich mir jetzt x Minuten Zeit nehmen muss, den möglicherweise heißen Scheiß anzugucken, bis die relevante Info da mal rauströpfelt. Dann muss man das Video ggf noch pausieren, bis man für die direkte Umsetzung click-along gespielt hat. Mann! Wenn ich Bewegtbild sehen will, schau ich die Nachrichten oder geh ins Kino!

Zumindest ein Transkript wäre doch drin gewesen, wir sind doch alle Autoren, das mit dem Text sollte doch leicht gehen. Browserfenster zu. Zurück zu Patchwork. Das muss auch so gehen. Noch ist dieser interaktive Hilfeassistent im Weg. Er verrät, dass man unten links klicken muss, damit es an den rechten Bildrand geheftet wird. Und rechts für den linken Bildrand. Total intuitiv. Zur vollständigen Verwirrung schiebt es bei einem Klick auf den linken Button das Fenster dann an den linken Rand des rechten Bildschirms.

Doch nochmal zur Patchwork Seite, schauen, wer sich das ausgedacht hat. Zwei Männer und eine Frau – die Männer programmieren, die Frau übernimmt Routine und Marketing. Bei einem der Programmierer steht: “Ist Vollblutinformatiker, […] Programmiert gerne, die Oberfläche ist ihm egal, aber perfekt funktionieren muss es.” Ja, das sieht man. Das Ganze sieht doch schon so aus, als wäre es in Java implementiert. Wozu braucht man noch ein Wine drumrum, das meine Firewall zu einer Meldung veranlasst? Das ist ja das PC-Wahl für Autoren!

Nun gut, es schreiben alle, dass es so unglaublich intuitiv sein soll und so super in der Handhabung. Vielleicht starte ich noch einen neuen Versuch, wenn meine Ansprüche an Software zurückgegangen sind.

Erfahrungsbericht: Dragon Professional Individual for Mac (v6)

Nachdem ich von so vielen AutorenkollegInnen gehört hatte, dass sie ihre Bücher diktieren und das ja so super und flink ist und nach nur etwas Eingewöhnung unfassbare Wortzahlen pro Tag zusammenkommen, dachte ich mir, es wird Zeit, dass ich das auch mal (wieder) probiere. “Wieder” deshalb, weil ich Dragon Naturally Speaking vor ca. 10-11 Jahren schon einmal am Start hatte, aber damals nicht damit klargekommen bin. Damals hatte ich noch einen Windows Standrechner – zwei Dinge, die mir aus aktueller Sicht nie wieder ins Haus kommen werden. Aber das ist ein anderer Punkt.

Zurück zu Dragon. Im Sommer bin ich über ein eBook gestolpert: The Writer’s Guide to Training Your Dragon von Scott Baker. Vom selben Autor gibt es auch Quick Cheats for Writing With Dragon. Beides klang grundsätzlich super und bestätigte – zumindest schriftlich -, was die KollegInnen über’s Jahr so erzählt hatten. Allerdings warnte der Autor vor der Mac Version, dass diese ein Sündenpfuhl an Bugs wäre und vollkommen unausgereift und frustrierend. Er schlägt im Buch vor, sich am Mac eine virtuelle Umgebung (oder duales System) mit Windows aufzusetzen, wenn man mit Dragon am Mac arbeiten möchte, da es weltenweite Unterschiede zwischen der Mac und Windows Version von Dragon gibt. Nachdem ich um’s Verrecken nie wieder ein Windows benutzen werde und nicht einsehe, eine zusätzliche Softwarelizenz für Windows zu kaufen um dem Saftladen noch Geld hinterherzuwerfen, entfiel diese Option für mich schon im Ansatz. Schade eigentlich, denn so passierte Folgendes:

Ich surfte auf die Website des Dragon Herstellers Nuance. Ich wagte mich auch bis zum Warenkorb vor. Ich füllte das Bestellformular aus und … kam nicht zum Absenden, weil etwas dazwischenkam. Gut, also am nächsten Tag bestellt. €299,- gingen an Nuance. Als nächstes kam eine eMail mit der Aufforderung, meinen Kauf (vom Vortag) abzuschließen. Ja, an dieselbe Mailadresse, mit der ich kurz zuvor den Kauf getätigt hatte.

Ich kämpfte derweil mit dem Downloader, der mir nach dem Kauf zur Verfügung gestellt worden war, um damit dann _das eigentliche_ Produkt herunterzuladen. Immerhin fühlte ich mich wieder jung, so Endneunziger, wie diese Technologie ist. Ich hab zwischendrin mehrfach auf den Kalender geschaut, ja es ist 2017. War es wider Erwarten auch noch immer, nach vier (4!) Abbrüchen des Downloads (bei einer immerhin 250mbit Leitung mitten in Wien) und in der Hilfe nachlesen müssen, wie ich ihn neu starten kann. Hinweis: man muss den kompletten Downloader neu starten.

Nachdem ich nach gut einer Stunde also endlich dazu kam, den Installer zu starten, kam der Punkt “Account erstellen”. Aha? Wozu? Die Spracherkennung sollte lokal bei mir am Rechner stattfinden. Wozu also will das Programm mit dem Hersteller reden? Für Updates kann es ja auch so mit dem Server kommunizieren und ich hab ja schon einen Account für den Kauf angelegt. Aber: es wollte einen Account. Next: Passwort MAXIMAL 12 Zeichen, keine Sonderzeichen oder Symbole erlaubt. Ich schaute nochmal auf den Kalender. Noch immer f*cking 2017. Unter 14 Zeichen ist grob fahrlässig, ab 30 Zeichen kann man drüber reden, von sicher zu sprechen. Und Passwordkeeper sind jetzt auch nicht die neueste Erfindung. (Das hab ich dem Hersteller im Übrigen genauso auch mitgeteilt.) Aber damit noch immer nicht genug: Um die Registrierung abzuschließen, muss man zwingend (!) ein Häkchen für “Werbung akzeptieren” anklicken. No way out. Letztklassig. Also habe ich den Account _nicht_ angelegt.

Screenshot auswählbarer Mikrophone
Mikrophonauswahl
Vielleicht war das der Grund, dass das angeschlossene Bluetooth Headset nicht einmal auswählbar war. Ja, Scott Baker schreibt, keine Bluetooth Headsets verwenden, die Verbindung ist nicht gut genug für Spracherkennung. Point taken. Aber ich hatte zu dem Zeitpunkt nur ein einziges kabelgebundenes Headset da, und das war das Ding, das mit dem iPhone mitgekommen war. Und das ist laut Baker noch schlechter als Bluetooth. Dafür ist letzteres bei mir immerhin ein Bose QC35, das ich mir gegen labernde Kollegen im Büro zugelegt habe und das tut grundsätzlich sehr brav und hat eine sehr gute Klangqualität – zumindest was das Hören betrifft. Da hätte ich gerne den Versuch gewagt, mir die Unterschiede zwischen nicht so geilem Kabel-Headset und gutem Bluetooth-Headset selber einmal anzusehen. Ging aber nicht. Das Gerät wurde angezeigt, war aber nicht auswählbar. Das ist entweder ein Bug oder eine Frechheit. Überhaupt war die Auswahl, welches Gerät man benutzen möchte (oder überhaupt kann), schleppend langsam und erscheint eher zufällig zu funktionieren. (Ja, auch das habe ich dem Hersteller so mitgeteilt in der Hoffnung, dass sie da nachbessern, vielleicht möchte ich es ja noch einmal probieren.)

Nachdem die Hardware, mit der ich Dragon gerne verwenden wollte, erst am Montag drauf ankam, war ich mittlerweile dermaßen frustriert, dass ich die Software direkt zurückgeben wollte. Also schrieb ich eine eMail an den EU-Support. Es passierte 3 Tage nichts.

Ich leitete die eMail weiter an eine weitere Supportadresse, die ich irgendwo in den Untiefen der Herstellerseite fand.

Dann hatte ich am nächsten Tag sieben (7!) eMails vom Hersteller am Stück. Zwei Incidents zur Rückgabe und einen “lost password request”, den ich selber nie angestoßen habe.

eMails Screenshot
eMails von Nuance

AL-TER SCHWEDE.

Wie dieses Unternehmen überhaupt noch existieren kann, ist mir ein Rätsel. Immerhin habe ich bereits die Nachricht bekommen, dass die €299,- zurückerstattet werden. Mal sehen, wann das Geld dann auch tatsächlich ankommt.

Vielleicht versuche ich es mit der nächsten Version noch einmal. Aber DAS ist jedenfalls NICHT das Erlebnis, das ich mir bei einer 299-Euro-Kaufsoftware für Mac erwarte. Ich bin von Apple alleine ein deutlich besseres Usererlebnis gewohnt, das erwarte ich dann auch von einem für den Mac produzierten Programm. Überhaupt würde man meinen, dass die Hersteller einer Spracherkennungs-Lösung mehr als Ärzte und Juristen auf dem Schirm haben sollten – Kreativ Schaffende zum Beispiel. Und die neigen durchaus zur Nutzung von Apple Produkten. Seit den 1990ern.

Fazit: 0 Sterne.

Moduletto – Tag 2

Mir fehlen To-Do-Listen. Wenn schon Papier, dann bitte zum Abhaken. Klar kann ich einfach ne banale Liste schreiben und durchstreichen, aber ein oder zwei Bögen mit Kästchen für die erlösenden Häkchen finde ich dennoch sehr praktisch. Da fühlt man sich ja gleich organisiert, wenn man sie ausfüllt, statt selber die Liste anzulegen.

Der Blick in den Shop zeigt auch keine To-Do-Listen. Dafür einen sehr praktisch aussehenden Day-Planer. Na gut, also selber Liste anlegen.

Moduletto - das Whiteboardpaper
Dafür hat das Whiteboard-Paper einen Haken: die Whiteboard-Marker halten verdammt gut. Mit dem Finger drüber reiben tut mal gar nix. Schön zu wissen, dass die Schrift sich nicht einfach verflüchtigt, wenn man das Buch in den Rucksack schmeißt, aber auch mit einem trockenen Taschentuch geht die Schrift nicht ab (etwas verwischt ist das “o” am Ende gerade mal).

Moduletto Whiteboardpaper FAILDas nasse Taschentuch hat auch keine Wirkung. Das Whiteboardpaper ist somit leider ein echter FAIL. Schade – das wäre schon praktisch gewesen.

Moduletto – Tag 1

Moduletto ausgepackt – in 30 Sekunden von Einzelteilen zu einsatzbereit. Das fängt zumindest mal gut an. 🙂 Zwei “Packen” kriegt man ganz gut drin unter, dann passt es auch noch gut in die Filzhülle hinein. Das Calendario (der Wochenkalender) ist zweigeteilt, Januar bis Juni, Juli bis Dezember. Ich bin skeptisch, ob es gut funktioniert, nur einen “halben” Kalender dabeizuhaben. An sich ist es wohl so gedacht, dass man überhaupt nur die nächsten paar Wochen dabeihat und der Rest daheim abgeheftet oder überhaupt entsorgt wird. Klingt an sich sinnvoll, aber was, wenn sich spontan ein Lesetermin für September ergibt? Oder wenn man einen Arzttermin ausmachen möchte? Die meisten üblichen Termine bewegen sich ja in den nächsten drei bis sechs Wochen. Na mal schauen, wie das im Praxistest funktioniert.

Notizbücher im Stresstest: Moduletto

Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich ein spannendes Notizbuch entdeckt: Moduletto – ein flexibles, personalisierbares Büchlein. Quasi eine Loseblattsammlung, die zwischen Vorder- & Rückenklappe mit einem Gummiband zusammengehalten wird. Man kann also jederzeit Zettel herausnehmen, dazwischengeben, umsortieren, … Daher der Leitspruch: For flexible minds!

Muduletto

Im Gespräch mit Moduletto-Gründer Michele Falchetto erfuhr ich, was das Konzept für mich noch besonders macht: Es wird alles vor Ort in Österreich produziert. Eine lokale Druckerei stellt die Einlagen her: dotted, iso-grid, liniert, blanko, Notenblätter und Fußballtabellen, sowie Wochenkalender, Dayplanner und ein faltbarer Jahreskalender. Auch ein Whiteboardpaper ist dabei, auf das man mit Whiteboardmarkern schreiben und es danach wieder löschen kann. Konfektioniert werden die Notizbücher bei der Werkstätte Opus, die auch die Aufsteller machen.

Moduletto wird in Österreich gefertigt. Neben dem Vorteil der kurzen Wege setzen wir auch deshalb auf österreichische Partner, weil wir hier die Möglichkeit haben, persönlich in der Druckerei und der Stanzerei mit den Experten vor Ort die Produktion abzustimmen. So können wir auf kleinste Nuancen achten, die die Balance und letztlich die Qualität von Moduletto ausmachen.

Moduletto Calendario

Cover und Gummibänder sowie passende Filzhüllen gibt es in vielen unterschiedlichen Farben. Die Einlagen sind in Creme, Grau und noch weiteren Farben erhältlich. Insgesamt ist “personalisierbar” an sich noch untertrieben. Man steckt einfach alles, was man braucht und will zwischen die beiden Cover und sortiert es sich jederzeit wieder neu. Tolles Prinzip, nicht zuletzt, wenn man kreativ arbeitet, ein neues Buchprojekt plottet, auf Recherche geht, etc.

Michele war sofort interessiert daran, das Moduletto einem Schreiber-Stresstest zu unterziehen; er selbst kommt aus der Grafikrichtung und ist gespannt, wie andere Kreative “sein” Notizbuch benutzen. Der NaNoWriMo naht, Paula3 gehört geschrieben, … Das lässt sich also einrichten. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon mit einem Zettelhaufen im Kaffeehaus sitzen. Also mal sehen, was die nächsten Wochen so bringen, und wie das Monuletto am Ende ausschaut.

Ein zweites Notizbuch bekam ich mit, das ich zum selben Behufe meiner Schreibkomplizin Nina Dreist überantwortete. Auch sie wird ihr Moduletto den NaNoWriMo über nutzen. Na dann, auf die Plätze, fertig, write!

Meine erste Criminale – oder auch: in your face, Möwe!

In diesem Jahr war ich das erste Mal als Autorin bei der Criminale in Büsum, dem großen Branchentreff des deutschsprachigen Krimis. Etwa 300 Autoren, dazu Agenten, Verleger, Fachvorträge, Diskussionsrunden, Workshops und VIEL Netzwerken (aka: wenig Schlaf und viel gelacht). Ich glaub, das waren die bisher besten Tage meines Lebens.

Ich bin ohne große Erwartungen hingefahren. Eine Handvoll Autorenkollegen kannte ich ja schon und die Workshops, zu denen man sich schon im Vorfeld anmelden konnte, klangen alle sehr interessant. Dann kam ich an, und es war alles anders. Unendlich viel besser.

Ich habe unsagbar liebe Menschen kennengelernt, mit denen ich viele wundervolle Stunden verbringen durfte. Die Workshops waren spannend und haben mir (und natürlich meinem Schreiben) viel gebracht. Die Glauser-Preisverleihung am Donnerstagabend war unglaublich nett moderiert und musikalisch begleitet und das darauf folgende Networking ein Riesenspaß. Und dann ging die Criminale noch zwei Tage weiter. 🙂

Kurz von vorne:
Mittwoch angekommen und sofort versackt bis morgens um halb vier.

Donnerstagvormittag dann spontan frei gehabt (*hüstel*) und dann leider das Ersttäter-Treffen verpasst, weil ich noch ein Nutellabrötchen unten am Strand essen musste. Mein letzter Besuch in Büsum ist eine Weile her gewesen und eine Möwe, die in etwa so groß war wie ich damals, hat mir im vollen Flug mein Nutellabrötchen geklaut. In diesem Jahr war die Rache dann mein, sie bekam nix ab, “die Möwe”. In your face!!! Leider hab ich aufgrund meiner Verspätung zum Ersttäter-Umtrunk bis heute nicht rausgefunden, wer über die Criminale nun eigentlich mein Pate gewesen wäre, aber ich glaub, ich hab mich auch so halbwegs gut geschlagen. Dann Podiumsdiskussion zum Thema Lesungsaquise, gefolgt von einem Workshop zum Thema Stimmtraining / Stimme aufwärmen für Lesungen. Ich hab etwa 10 Jahre nicht gesungen, aber mich an fast alles gleich erinnert. Und war gleich wieder angefixt, auch in der Richtung bald wieder mal was zu machen – danke Thomas Schrage für den tollen Workshop! Danach kurz umziehen für die Glauser-Preisverleihung. Und die war dann grandios moderiert von Ralf Kramp, meine Wohnkomplizin Anja Marschall hielt die Laudatio für die Nachwuchstäter und für den Ehren-Glauser für Heikedine Körting zog Sascha Gutzeit dann auch noch alle musikalischen Register. Dazu die Zucchini Sistaz – insgesamt ein grandioser Spaß! Gefolgt von mehr Party und Versacken, wobei ich den Abend eher etwas vorsichtiger war.

Freitag startete erbarmungslos früh mit einem Workshop in Selbstverteidigung. Danke an Gerald Hagemann (alias Robert C. Marley) für den supernetten Workshop – sehr angestaubte Erinnerungen an Aikido wurden wach und es hat (auch mit nur anderthalb Händen) riesig Spaß gemacht. Nicht zuletzt dank Oliver Buslau! Danke, dass Du mich nicht hast fallen lassen. 🙂 Danach gab es ein Mittagessen der Mörderischen Schwestern und nach dem haben wir dann alles andere geschwänzt und hatten einfach eine tolle Zeit auf der Sonnenterrasse und am Strand mit endlosen Gesprächen, viel Lachen und der ein oder anderen wilden Plot-Idee. Gefolgt von einem sehr netten Abend im Criminale-Hauptquartier. Natürlich wieder versackt. Was sonst?

Samstag. Letzter Tag? Ehrlich jetzt? Och nö!!! Start bei viel Kaffee und der Vollversammlung des Syndikats, danach etwas Freizeit mit mehr tollen Gesprächen und dann noch ein spannender Vortrag eines Kriminaltechnikers, aka: Spurensicherung. Jetzt nach Hause fahren? Ach nein, die anderen Abende waren so nett… Da waren ja noch Günther Thömmes, Gitta Edelmann, Judith Merchant, Marvin Entholt, Janet Clark und Alice Spogis mit von der Partie und so viele andere… Danke für die unvergesslichen Tage. (Eigentlich hätt ich auch einfach die Teilnehmerliste posten können… 😉 )

Nächstes Jahr findet die Criminale in Marburg statt. Und ab heute sind es noch 343 Mal Schlafen… Leute, ich freu mich schon wieder auf Euch!

#einfachdankesagen
#criminale2015 | #criminale | #büsum

Adventskalender 2014 – 23. Dezember

Sherlock Holmes Museum, 221b Baker Street, London
Sherlock Holmes – The Man Who Never Lived And Will Never Die. Natürlich musste ich mir die Sonderausstellung im Museum of London ansehen. Samt “Sherlock Walking Tour”. Meine Highlights?

1. 221b Baker Street gibt es gar nicht. Das ist so ähnlich wie Bielefeld, nur literarischer. Arthur Conan Doyle war nicht in London, als er den ersten Sherlock Holmes schrieb. Er nahm einfach eine fiktive Adresse. Die Baker Street ging damals nur bis Hausnummer 100 oder so. Viel später wurde die Baker Street mit der Upper Baker Street zusammengelegt, und dann gab es Hausnummern bis etwa 250 hoch. Auf Hausnummer 219-230 (so in etwa) war dann eine Bank. Und sie bekamen plötzlich Unmengen an Post für Sherlock Holmes. Soviel, dass sie schließlich jemanden Vollzeit engagierten, der sich um die Fanpost kümmerte. Und dann kam die Sherlock Homes Society, die nebenan (tatsächliche Hausnummer: 234, angeschrieben 221b) das Sherlock Homes Museum eröffnete. Dann bekamen sie natürlich die Fanpost und wollten diese beantworten, aber die Bank hatte dann ja schon jemanden dafür. Sie haben sich dann einige Jahre darum gestritten, bis die Bank schließlich von dort wegzog. Das Sherlock Holmes Museum ist noch immer da. Und wirklich einen Besuch wert – ich war im Sommer dort.

2. Das Abendessen von Arthur Conan Doyle und Oscar Wilde im Londoner Langham Hotel – damals (wie heute wohl auch) ein Nobelhotel, das damals bereits elektrisches Licht und Toiletten mit Wasserspülung hatte – wir reden hier ja vom Jahr 1889). Die beiden waren von Joseph M. Stoddart, dem Publisher des Lippincott’s Monthly Magazine eingeladen worden und Oscar Wilde kam – natürlich – im perfekten Dandystyle. Von Conan Doyle heißt es, er sah aus wie ein Walross im Sonntagsoutfit. Aber sie hatten wohl einen hervorragenden Abend und beide Schriftsteller bekamen den Auftrag für einen Roman. Conan Doyle schrieb daraufhin “The Sign of Four”, Wilde schrieb “The Picture of Dorian Gray”. Die erste Seite vom Manuskript des Sign of Four ist auch im London Museum zu sehen. Ich hab allerdings keine Möglichkeit gefunden, sie unauffällig mitzunehmen. 😉

3. MOFFAT, WHY??? Nein, diesmal nicht Dr. Who, sondern die Neuverfilmung von Sherlock mit Benedict Cumberbatch als Sherlock und Martin Freeman als Watson. Die Sherlock Walking Tour des Museum of London endet am St. Bart’s Hospital, wo Sherlock am Ende der 2 Serie herunterspringt – und überlebt. Genau neben der Stelle, an der Sherlock, vermeintlich tot, auf dem Pflaster liegt, steht eine Telefonzelle. Die war bis vor Kurzem von oben bis unten von Fans mit Nachrichten und den wildesten Theorien beklebt, wie er es gemacht haben könnte. Die Theorien sind in die dritte Serie mit eingeflossen, aber aufgeklärt wurde Sherlocks Überleben bisher nicht. Die Telefonzelle wurde von dem Zettelwerk befreit, aber die Fenster im Erdgeschoss des Hospitals sind noch immer mit Fingern beschrieben. Auf dem zweiten von Links heißt es “MOFFAT, WHY???” – warum tut er uns das nur an? 😉

BUCH WIEN 2014 – Nachlese

Die BUCH WIEN 2014 hatte in diesem Jahr wirklich schon ein richtiges Buchmesse-Feeling. Zwar noch immer winzig klein im Vergleich zu Leipzig (oder gar Frankfurt), aber mittlerweile sind wirklich viele namhafte Verlage und Autoren vertreten, so dass es auch für Schreiberlinge zu einem “Must” im Kalender wird.

Ich habe es dieses Jahr nur zu einer Lesung und dann einen halben Tag auf der Messe geschafft, und an diesem (dank eitrigem Kater-Ohr) sämtliche Lesungen verpasst, die ich hätte sehen wollen, aber irgendwas ist ja immer. Ich hatte trotzdem sehr nette Gespräche und einen sehr langen (!) Aufenthalt im Messe-Buchshop, der jetzt, sehr praktisch (wenn auch gefährlich für’s Portemonnaie), direkt im Ein-, bzw. Ausgangsbereich liegt.

Aber von vorne. Am Donnerstag war “Ladies’ Crime Night” in der Wien Energie an der Spittelau. Wenn man den richtigen U-Bahn-Ausgang erwischt, ist es ganz einfach, hinzufinden, wenn nicht, rennt man daran vorbei ohne Chance, auf die andere Straßenseite zu kommen. Passiert mir ja selten, dass ich mich verlaufe, aber so hatte ich schon vorab einen tollen Blick in den kleinen Saal mit der hübschen, krimi-tauglichen Beleuchtung; und pünktlich zur Lesung hab ich es auch noch geschafft. Es waren einige “Kollegen und Kolleginen” dabei (ich muss mich immer noch daran gewöhnen, jetzt mit veröffentlichtem Krimidebüt “Mord & Schokolade” bin ich ja auch so ‘richtig im Geschäft’… 🙂 ) und wir hatten einige sehr nette Gespräche. Ingrid Poljak, Günther Thömmes und Sylvia Grünberger waren ja, dazu natürlich die drei Lesenden, Eva Rossmann, Judith Merchant und Edith Kneifl. Die Lesungen waren wie erwartet super, da kann ich mir immer noch soviel abgucken für meine eigenen! 🙂 Und insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, bei dem mein persönliches Highlight war, Judith mal persönlich kennenzulernen, von der ich schon so viel gehört hatte.

Samstagnachmittag dann endlich zur Messe.

Die Ausbeute:
Besonders haben mich zwei Gespräche gefreut. Zum Einen das mit Maria von Bastei Lübbe und zum Anderen mit Anja vom Cyberpublishing E-Verlag, von der ich in dieser Woche bereits eine sehr nette eMail bekommen habe – und leider noch keine Zeit hatte, Ihr zu antworten.

Ein Rezensionsexemplar von “Magisterium: Der Weg ins Labyrinth” habe ich bekommen und eine weitere Ausgabe darf ich für eine Weihnachtsverlosung hier im Blog ver-wichteln! Leider war Paperblanks in diesem Jahr nicht vertreten, aber ich hoffe, noch ein paar Preise für Euch zu bekommen. Das Schaf ist jedenfalls bereits im Großeinsatz, um auch in diesem jahr wieder den Adventskalender zu füllen. 🙂

Und noch einmal alle Links zusammengefasst:

“Mord & Schokolade”

Ingrid Poljak
Günther Thömmes
Sylvia Grünberger
Eva Rossmann
Judith Merchant
Edith Kneifl

Sergey Yakushev
Leseratten im Kilt von albert-knorr.com
Brandstätter Verlag
Der Buchbinder aus Frankfurt
Literarischer Adventskalender von buchstuetzen.de
The Vienna Store
Das Kaffee Buch
Kosmos: Schokolade
Holzbaum Verlag
Bastei Lübbe
Cyberpublishing.at

BrainRead – Lesen wie die Schweden

Mein NaNoWriMo hat tatsächlich eine Lücke – vier (!) Tage Fortbildung hintereinander. Am Wochenende zwei Tage NLP-Basic Seminar mit einigen sehr interessanten Selbsterkenntnissen, gefolgt von zwei Tagen BrainRead. Und das hatte es in sich!

Ich hatte das Vergnügen, das Zwei-Tage-Seminar beim BrainRead-Autor Göran Askeljung besuchen zu dürfen. (Für alle Schwedisch-Analphabeten wie mich: der Vorname spricht sich “Jöran”.) Abgesehen davon, dass es äußerst kurzweilig war, war es auch durchaus anstrengend; das aber positiv! Schließlich werden gerade sehr alte Gewohnheiten abtrainiert. Wie man Lesen gelernt hat, nämlich. Nix mehr mit Wort-für-Wort-Rumdruckserei mit vielen Rücksprüngen (Regressionen genannt) und einer freundlichen inneren Stimme, die einem nebenbei alles nochmal vorliest, was man grad schon gesehen hat. Das bremst uns nämlich auf ca. 200 wpm (words per minute / Wörter pro Minute) ein, mit denen wir dann etwa 5,5 Stunden unseres Arbeitstages dann mit “Lesen” verplempern. Nein, das muss man schon sein lassen, wenn man es den skandinavischen Pisa-Gewinnern nachmachen will.

Skandinavische Schüler haben uns eines voraus: Originalfilme mit Untertiteln. Offenbar sind Schwedisch, Finnisch und Co. nicht so DIE Zielsprachen, wenn es darum geht, Serien und Filme zu synchronisieren. Aber was im ersten Moment wie ein ziemlicher Nachteil erscheint, hat einen entscheidenden Vorteil: Skandinavier lesen einfach anders: in “Chunks”, also Wortgruppen. Diese praktischen kleinen Blöcke, die unter dem Fernsehbild eingeblendet werden, sind ihr Schlüssel zum Erfolg. Sie lesen einfach immer so. In Blöcken. Kein Zurück, keine Zeit für eine innere Stimme. Und die gilt es für alle Synchronisationsverwöhnten erst einmal, zu überwinden!

Dass es irgendetwas mit den Untertiteln im Fernsehen auf sich hat, haben auch Langzeitstudien in Indien gezeigt. Dort gibt es bereits seit 15 Jahren gleichsprachige (!) Untertitel im Fernsehen. Also jede Sendung, die dort läuft, wird in derselben Sprache schriftlich unterlegt. Abgesehen vom praktischen Nutzen für alle Gehörlosen hat es sich nun herausgestellt, dass deutlich mehr indische Kinder bereits vor dem Schulstart lesen können. Generell dürfte die Analphabetenrate ziemlich gesunken sein. Fand ich schon spannend. Und erstaunlich, dass da die deutschsprachigen Länder noch nicht drauf gekommen sind, denn die Menschen mit Leseschwierigkeiten sollten ja eigentlich eh dieselben sein, die – nicht zuletzt deswegen ja – den Fernseher nutzen. Und für alle anderen wäre es eine Nebenbei-Fortbildung im schnelleren Lesen.

Also, Lesen mit “Stützrädern” war vorgestern. Gestern war Seminarstart, und da hieß es dann:

  • Regressionen bewusst unterdrücken
  • in Wortgruppen lesen
  • schneller lesen, als die innere Stimme noch mitkommt
  • Und trotzdem ich dann gestern Abend ganz dringend erst einmal eine Pause brauchte, muss ich wirklich sagen: Es hat sich gelohnt! Von schlappen 164 wpm im ersten Lesetest gestern früh kurz nach dem ersten Kaffee, auf grandiose 704 wpm heute Nachmittag im freien Lesen war schon ein echter Durchbruch! Freies Lesen war dann Nils Holgerson entspannt nach der Kaffeepause schmökern und sich dabei unbeobachtet fühlen, aber auch der “echte Lesetest” mit einem Sachtext am Schluss brachte immerhin noch 525 wpm. Alter Schwede! Ich bin total überrascht, wie schnell man die “Stützräder” wirklich ablegen kann. Jetzt “nur noch” jeden Tag zehn Minuten investieren, um das “neue Lesen” auch brav zu üben, dass es sich einschleift und eventuell noch etwas mehr rauszuholen ist. 1.000 wpm sind schon drin. Und physisch machbar sind sogar 2.000, aber übertreiben muss man ja nun wirklich nicht. 😉

    Das Überraschende ist vor allem, dass nicht etwa die Merkquote des Gelesenen in die Knie geht, wenn man schneller liest, wie man meinen könnte. Ganz im Gegenteil! Ich habe es selber gemerkt: ich lese schneller und merke mir viel mehr vom Text. Offenbar weil mein Gehirn beim Schnell-Lesen einfach weniger Zeit zum Abschweifen zu anderen Themen hat und sich so viel intensiver mit dem Gelesenen beschäftigt. Sobald ich meine innere Stimme wieder höre oder merke, dass ich abschweife, lese ich wieder schneller und schon kann ich die an den Lesetest anschließenden Fragen zum Text viel besser beantworten. Erstaunlich!

    Besonders interessiert mich ja auch die BrainRead-App. Für Android gibt es bereits die englischsprachige Betaversion im Google PlayStore, die iOS-Version sollte innerhalb der nächsten Tage verfügbar sein, eingereicht ist sie jedenfalls bereits. Und die deutsche Variante folgt in den nächsten Wochen. Anschließend an den Kurs durfte ich die iOS-Version auf Görans iPad bewundern. Es ist quasi der komplette Kurs drin. Augenübungen, Lesetests und Balkenübungen (Die fiese Übung, die wir immer gleich nach jeder Pause machen mussten, wo man beim Lesen dann von einem Balken “verfolgt” wird, der wie PacMan dann die Zeilen frisst!). Sogar ein Fixierungstest, der anhand der Frontkamera aufzeichnet, wie viele Fixierungen und auch Regressionen man beim Lesen so macht! Also, ob man mit den Augen an jedem Wort hängenbleibt und wie oft man dabei dann noch einmal zurückspringt, oder immer mehrere Wörter (also eine Wortgruppe) liest und dann zur nächsten weitergeht. Eine so umfangreiche Schnell-Lese-App hab ich bislang nicht gesehen. Bislang hatte ich nur ausgiebigere Erfahrungen mit der “Schneller Lesen”-App gemacht und die fand ich zum Schluss schon sehr fad, weil sich so viel wiederholt. Bei der BrainRead-App kann man dagegen nach acht absolvierten Lektionen dann sogar seine eigenen Texte komplett reinladen. Bei Schneller Lesen ging das gerade mal begrenzt aus der Zwischenablage und das hat bei mir leider nie so wirklich funktioniert. Ich bin also schon sehr gespannt und werde natürlich berichten, sobald ich meine morgendlichen Zugfahrten demnächst dann hoffentlich sinnvoll nutze. 🙂

    -> zur Homepage BrainRead.com
    -> zur Facebook-Seite von BrainRead
    -> zum Buch “BrainRead”

    Schokolade – ganz weit weg…

    Also ich gebe zu, es hat seine Tücken, einen Regionalkrimi der in Norddeutschland spielt weiterzuschreiben, wenn man gerade von unzähligen neuen Eindrücken überschwemmt wird, die allesamt so gar nichts damit zu tun haben. Zehn Stunden Transatlantik-Flug, kanadische Großstadt, viktorianisches Häuschen, Roadtrip, Sandstrand am Lake Ontario, Roadside-Motel, … und ca. zwölf Kilometer Fußmarsch pro Tag (leider nicht übertrieben). Aber immerhin bietet sich hier ein bisschen Recherche-Material zum Thema Schokolade. 😉 Cadbury und Hershey’s – wo ich gerade Chocolate Wars gelesen hatte – und Rocky Mountain Chocolate Factory, verschiedene Kakao-Varianten in unzähligen Cafés, … Viel Industrieschokolade und bislang noch keine Manufaktur in Sicht, aber was nicht ist, kann ja noch kommen.

    Das einzige Problem, das ich als Europäerin hier generell habe: es ist ALLES so unglaublich süß. Instant-Karies, quasi. Bislang hab ich ja die vielen Einträge zu ‘healthy living’, ‘organic food’, etc. für obsessive Tendenzen nordamerikanischer Art gehalten. Aber ich glaube, man MUSS sich hier ernsthaft mit den Thema auseinandersetzen, weil man sich schlicht nicht einfach ‘so nebenbei’gesund ernähren KANN. Ein Gang in einen x-beliebigen Supermarkt beweist, dass man nicht einfach ins Regal greifen und etwas “Gesundes” herausziehen kann. Nicht einmal Mineralwasser gibt es ‘einfach so’, alles muss man sich mühsam zwischen Weißbrot, Limonaden und Fertigessen zusammensuchen. Und das Leitungswasser würde ich jetzt auch nicht zwingend für trinkbar halten – das riecht schon nach Chlor, wenn es aus dem Hahn kommt – ‘soda-water’ bestellen ist also auch nur bedingt sinnvoll, ‘bottled water’ ist die sicherere Wahl. Ich glaube, ich werde nach unserer Rückkehr dann drei Wochen brauchen, um von diesem täglichen Zuckerschock wieder runterzukommen.

    Apropos ungesund: ich glaube, das hiesige Fast Food namens “Poutine” finde ich super! Alle österreichischen Freunde jetzt bitte weglesen: Pommes mit Käse und Bratensauce. Möglicherweise muss man dafür in einem saucenreichen Land wie Deutschland aufgewachsen sein, aber ich liebe es. 😉

    Schreibmarathon – und weiter geht’s.

    Heute war wieder Schreibmarathon-Tag – von 10:30 bis 16:30 Uhr wurde unter der Aufsicht und Aufgabenstellung von Anni Bürkl mal wieder in die Tasten gehauen, was das Zeug hielt. Und auch mein Buchprojekt ist um einige Seiten reicher geworden. Erfreulicherweise ist immer dann ein Schreibmarathon, wenn ich gerade an einer Stelle im Plot hänge. 😉

    Sehr amüsant fand ich ja, als wir gegen Ende noch einen Beitrag von Uschi zu hören bekamen, die im Vorfeld des Workshops die Teilnehmer gegoogled hatte und herausfand, dass Melpomene “im richtigen Leben” Farb- & Stilberaterin ist. Uschi proklamierte ihren ersten Gedanken: “Verdammt, was ziehe ich bloß an???” zur selben Sekunde als ich dachte “O.M.G., bin ich froh, dass ich sie bisher noch nicht gegoogled hatte, sonst hätte ich heute nichts anzuziehen gehabt!!!” Das allgemeine Gelächter war grandios und die Geschichte geht sicher in die Annalen der Schreibmarathons ein. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Uschi “im richtigen Leben” Siebdruckerin und Künstler-Mutter ist und doch gelegentlich mit Farben zu tun hat… 😉

    Und mit frischem Elan und dank des hilfreichen Feedbacks der illustren Runde geh’ ich nun weiter morden… Äh, Morde aufklären.