ViennaWriter Authorpreneur

Selfpublishing Übersetzungen 03: Werbung

Ab hier wurde es zunehmend strauchelig für mich. Während ich mich im deutschsprachigen Bereich gern auf die Werbeaktionen von Tolino Media verlasse und immer brav meine Preisaktionen auch auf allen anderen Plattformen (und im eigenen Buchshop) eintrage – #Buchpreisbindung -, fand ich mich hier in die hohen Wellen der freien Markt-See geworfen. Ich versuchte mich in dem, was ich bei Joanna Penn im The Creative Penn Podcast gehört hatte … und war eher so mittel erfolgreich.

Buchseite anlegen

Zuerst einmal legte ich auf meiner Webseite wie für alle anderen Bücher auch eine Buch-Detailseite an mit Cover, Leseprobe und den Links zu den beliebtesten Shops sowie meinem eigenen eBook-Shop, damit die Leser:innen mit nur einem Klick das Buch kaufen können, wenn sie möchten; man soll es den Menschen ja so leicht wie möglich machen. Die Leseprobe ist lang genug, dass sich eine VG-Wort-Zählmarke für Texte im Internet dafür ausgeht.

Ich hab keine ganz klassische „Landingpage“, die nur eine einzige Klickmöglichkeit bietet, sondern handele das als Unterseite auf meiner Webseite ab. Das Theme „Author Pro“ bietet auch alle Voreinstellungen dafür und ich bin damit bisher sehr happy.

Und dann dämmerte mir, dass es ja schön ist, wenn die Infos auf der Detailseite auf Englisch sind, aber was, wenn die Menschen noch mehr über mich wissen möchten oder was ich sonst noch so schreibe?

Webseite (teil-)übersetzen

Zumindest einige wichtige Seiten wie die Startseite inkl. Footer, Kontakt, Presse-Kit und die Über-mich-Seite wollte ich auch auf Englisch anbieten, damit die Menschen sich nicht völlig verloren vorkommen. Ich fragte ein bisschen rum, welche Mehrsprachen-Plugins Menschen aktuell für WordPress verwenden und bekam eines empfohlen, dass dann sogar mit meinem bisherigen Setup zusammenspielte; das Podlove Podcast Plugin hat im Zweifelsfall für mich Vorrang. Ebenso Mailpoet, mit dem ich meine Newsletter mache. Wenn sich mit dem was spießt, dann fällt es für mich eben aus. Es wurde dann TranslatePress und ich schrieb eine Handvoll englischsprachige Texte für die – meines Erachtens – wichtigsten Seiten.

Englische Newsletterliste anlegen

Dann hab ich noch eine extra Newsletter-Liste für englischsprachige Leser:innen angelegt und ein extra Formular für’s Eintragen auf der Webseite platziert. Es sind dann tatsächlich die ersten paar Menschen dort eingetrudelt, aber natürlich bin ich auf dem englischsprachigen Markt ganz neu. Das ist wie ein komplett neuer Newsletter, da erwarte ich erst einmal nicht, dass an Tag 3 schon hunderte Menschen drin sind.

Preisaktion zum Launch

Ich hatte eine Preisaktion direkt zum Launch des englischen Buchs eingetragen und bei den Plattformen, bei denen das möglich ist (alle außer Amazon), vorgeplant. Die Idee war gut. Bei der Umsetzung hakte es allerdings etwas.

Tipp: Macht Werbung für Preisaktionen nicht an „Tag 1“, weil das Buch da vllt noch nicht auf allen Plattformen durch den Prozess durch und wirklich reduziert ist. Insgesamt höre ich auch immer wieder von Joanna und auch anderen Selfpublisher:innen, dass man das mit dem Launch nicht überbewerten sollte. Die Verkäufe passieren über die Zeit. Zwar kann es einen Boost zu Beginn geben, der den Algorithmen in den Shops sagt, dass es ein beliebtes Buch ist, das sich lohnt, anderen Kund:innen anzuzeigen, aber das ist bei Weitem nicht alles. Man kann das auch entspannt angehen lassen – und das werde ich beim nächsten Mal auch tun.

Ich war mit etwas Puffer an Tag 3 dran. Das Buch war auf allen Plattformen erhältlich, er Aktionspreis im Backend auch eingetragen und ich hatte sogar an meinen eigenen eBook-Shop gedacht. Jetzt mussten das nur noch Leute mitkriegen, dass es das Buch und die Preisaktion gab. Und noch immer war das Buch nicht auf allen Plattformen durch den Update-Prozess durch den es für den Aktionspreis braucht, das Buch also noch nicht überall tatsächl für den reduzierten Preis zu haben. Ich war wohl zu optimistisch in meiner Launch-Planung gewesen.

BookBub Ads

Von Joanna wusste ich, dass Bookbub die Adresse ist, die man für eBook-Werbung aufsucht. Sie hatte im September 2020 auch grad eine Podcastfolge mit David Gaughran zu Bookbub. Ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass ich mir vor dem nächsten Durchgang auch nochmal ganz genau anhören werde.

Außerdem gibt es auch FreeBooksy oder BargainBooksy. Freebooksy fiel aus, weil das Buch zum Launch zwar reduziert, aber nicht gratis war. Und für BargainBooksy war ich zu spät dran, da waren die nächsten freien Werbeplätze erst, wenn der Preis des Buchs wieder auf Normalpreis hochgesetzt sein würde. Aber das ist auf meinem mentalen Notizzettel, das beim nächsten Mal mit ausreichend Zeit vorab einzuplanen.

Der große Haken bei Bookbub ist schonmal, dass man für die Ads bereits englischsprachige Bücher haben muss. Oder das Buch muss schon erschienen sein, damit man den Link zu einer der üblichen Shop-Plattformen wie Amazon oder Kobo einreichen kann; der Account wird erst bei Vorlage eines englischsprachigen Buchs freigeschaltet. Nun gut. Ich schickte voller Begeisterung den ersten Link, den ich kriegen konnte, als das Buch gerade bei der ersten Plattform durch war.

Als ich den Account dann hatte, war ich natürlich neugierig und wollte gleich loslegen. YEAH!!! Endlich auf dem großen Parkett und Arbeiten wie die Profis! Zu dem Zeitpunkt war das Buch noch nicht auf allen Plattformen verfügbar. Was ich da allerdings noch nicht wusste war, dass für jeden neuen Link zu einer Shop-Plattform, man erst einen mehrtägigen Änderungsprozess durchläuft, wo am anderen Ende Menschen involviert sind, die die Links kontrollieren und manuell freigeben.

Tipp: Erstellt Bookbub Ads erst – und wirklich auch erst dann, wenn Ihr alle Shop-Links zusammen habt!

Soviel zu den Profis. Grmpf.

Auf einen Blick – die Werbegrafik

Ich las mir verschiedene Blogposts und Help-Artikel von Bookbub durch, über die Gestaltung der Bookbub Ad Bildchen ging. Die automatischen Farbverläufe für den Hintergrund, die aus dem Cover erstellt werden, kommen zwar angeblich gut an, aber gefielen mir im konkreten Fall nicht.

Meine erste Bookbub Ad in Orange mit einem Cover-Mockup und einer klickenden Mauszeiger-HandAlso baute ich mir mit Canva eine Handvoll Werbebildchen selbst. 300×250 Pixel ist nicht sehr groß und ein Teil ist schonmal weg für das Buchcover, das laut Leitfaden auch immer mit dabei sein sollte.

Bei Bookbub hat man die Auswahl zwischen Werbeaktionen mit „pay per 1.000 views“ oder „pay per click“. Ich war vorsichtig und wählte „pay per click“ und auch erstmal nur mit einem Gesamtbudget von € 10,-. Dafür 2 Stück mit etwas unterschiedlichen Motiven.

Die passende Zielgruppe finden

Und dann braucht man noch eine Zielgruppe … Ich entschied mich im ersten Anlauf für Leser:innen einer Handvoll Autor:innen, u.a. Glenn Greenwald. Ich wusste zu Beginn nicht, was ich realistisch erwarten kann und hab mal 12 Stunden lang abgewartet, was sich tut.

Tipp: Es stellte sich raus, dass eine Durchlaufzeit von 24 Stunden tatsächlich sinnvoll ist, um zu sehen, ob eine Anzeige „läuft“, da die Zielgruppe von Bookbub, also die Menschen, die die Bookbub Newsletter lesen, weltweit verteilt sind und manche erst wach werden, wenn die anderen schon lang mit ihrem Tag und dem Lesen der Mails fertig sind.

Ich hatte einen großzügigen Sale-Zeitraum von 9 Tagen eingetragen, der mir die Möglichkeit gab, ein bisschen zu experimentieren. Ich hab tatsächlich über die Zeit noch andere Motive und Zielgruppen ausprobiert. Ads, die gar nicht liefen, habe ich abgeschaltet und neue erstellt. Immer mit Mini-Budgets von maximal € 10,-.

So bekam ich raus, dass mein erster Motiv-Anlauf gar nicht so mies war, zumindest besser als alle anderen, die ich danach noch probiert habe.

Und es stellte sich raus, dass nicht etwa Leser:innen von For-Dummies-Bücher meine Anzeigen klickten, sonder Leser:innen von Marc Elsberg. Ich war auch überrascht.

„Author Comps“

Oder auch „comparable authors“ und „comparable books“
Mein ganz großer Tipp für’s Selfpublishing auf dem englischsprachigen Buchmarkt ist Alli – The Alliance of Independent Authors. Orna Ross hatte unlängst auch einen extra Workshop, um die eigenen comp authors und comp books zu finden, den ich sehr neugierig mitverfolgte – diese Marc-Elsberg-Erfahrung hatte mich doch nachhaltig irritiert. Andererseits geht es ja nicht darum, eine:n Autor:in zu finden, der:die so ist wie man selbst oder genau die gleichen Bücher, sondern Bücher und Autor:innen, die von derselben Gruppe an Menschen gelesen werden. David Gaughran hat grad Ende März einen langen Blogpost zu dem Thema veröffentlicht.
Wenn man die comp authors und damit die eigene Zielgruppe gefunden hat, kann man die Werbung auf diese Gruppe zuschneiden.

Ich gebe zu, ich bin nicht sonderlich gut mit sowas, immerhin habe ich sehr absichtlich meinen Job, der sich um Tracking und Personalisierung drehte, gekündigt und im Anschluss die Ausbildung zur Datenschutzbeauftragten gemacht. Hört Euch Joannas Podcast an, lest Davids Blogpost und macht einen Workshop bei Orna, um das alles viel besser hinzukriegen als ich.

Social Media

Auf Social Media aktiv zu sein wird einem überall als zentrale und wichtige Sache vorgehalten. Ich würde gerne eine Einschränkung hinzufügen: solange man sich auf dem jeweiligen Netzwerk wohlfühlt. Menschen sind ja nicht doof, die merken es, wenn man nur unwillig Dinge postet oder Tage zum Antworten braucht, weil man sich nur einmal pro Woche dazu durchringen kann, sich mal wieder einzuloggen. Und wenn Ihr so überhaupt keinen Bock auf Social Media habt, dann lasst es auch einfach besser.

Anmerkung: Entsprechende Klauseln in Verlagsverträgen, die verlangen, dass der:die Autor:in zwingend eine Facebook-Fanseite unterhält oder Ähnliches … Denkt Euch einfach, was ich davon halte. Und dann zieht nochmal 10 Begeisterungspunkte ab.

Ich selbst hab seit Jahren kein Facebook-Konto mehr, Instagram hab ich geschlossen, noch lang bevor es von Facebook gekauft wurde. Ich nutze Youtube nicht, solange es sich vermeiden lässt und Twitter macht mich immer nach 10 Minuten aggressiv oder unglücklich.
Aber ich bin täglich auf Mastodon unterwegs. Tatsächlich, weil ich die Community dort mag und mich dort wohlfühle. Ich bin seit 2018 dort und habe mittlerweile eine Followershaft von 1.200 Personen. Ohne Werbemaßnahmen und ohne Sales-Zeug. Ich bin dort recht offen und ehrlich, auch wenn ich natürlich nicht alles preisgebe.
Zu Mastodon werde ich mal einen eigenen Blogpost schreiben, da darf ich auch demnächst ein paar Workshops zu halten.

Werbegrafik zum Launch Sale mit Buchcover und OsterhaseAuf Twitter bin ich so aktiv, wie ich denke, sein zu müssen. Hier poste ich zumindest immer, wenn ich eine neue Podcastfolge habe, wenn es einen wichtigen Blogpost gibt und so weiter. Und für Twitter baute ich auch ein paar Werbegrafiken, ebenfalls mit Canva für den englischen Buch-Launch.

Grafikentwurf Osterhase mit OP-MaskeEin Osterhase erschien mir passend, auch wenn die Aktion schon vor Ostern gelaufen ist. Am liebsten hätte ich das Bild vom Hasen mit Mundschutz genommen, das Motiv hat mich sehr amüsiert. Aber auch bei Büchern heißt es „kill your darlings“ und wahrscheinlich sind sehr viele Menschen da draußen sehr unglücklich in der Pandemie-Situation und Menschen versehentlich zu verschrecken muss ja auch nicht sein.

Amazon Ads

Schon seit 2019 können Selfpublisher:innen Amazon Ads schalten, sogar auf dem deutschsprachigen Markt. Das Prinzip ist wie bei Bookbub „Real Time Bidding“. Man gibt einen Höchstpreis ein, den man gewillt ist, für das Zeigen der Werbung zu bezahlen und im Millisekundentakt werden automatisiert die Werbeplätze vergeben und den Menschen, die aktuell auf Amazon unterwegs sind, die Anzeigen ausgespielt. Mit den Paula-Büchern habe ich bereits ein bisschen damit rumgespielt, mich aber beim deutschsprachigen Datenschutzbuch bereits dazu entschieden, dass ich kein Datenschutzbuch mit auf Tracking und Personalisierung basierenden Anzeigen verkaufen kann. Dasselbe habe ich mir für das englischsprachige Buch auch gedacht und es bisher gelassen. Mal schauen, ob ich da meine Meinung noch einmal ändere.

Im nächsten Blogpost geht’s an die Printbücher und damit auch ans Eingemachte. Stay tuned.

Links

The Creative Penn Podacst
meine Buch-Detailseite mit Cover und Shop-Links
VG Wort Zählmarken
Theme „Author Pro“
Bookbub
FreeBooksy
BargainBooksy
Canva
Alli – The Alliance of Independent Authors
David Gaughran zu author comps
Mastodon

Einige der Links in diesem Blogpost sind Partner-Links. Wenn Ihr darauf klickt, bekomme ich eine kleine Provision für meine Empfehlung. Ich empfehle grundsätzlich nur Produkte oder Programme, von denen ich selbst überzeugt bin.

Weitere Teile der Blogpost Serie

Teil 01: Die Übersetzung
Teil 02: Cover & eBooks
Teil 03: Werbung

Unterstütze den Vienna Writer’s Blog & Podcast

1 thought on “Selfpublishing Übersetzungen 03: Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.