| |

Adobe Digital Editions 1.0

Auf Chip Online begrüßte mich am Morgen die Meldung: „iTunes für eBooks: Adobe stellt Digital Editions vor“. Nachdem die Betaversion vor Kurzem noch nicht wirklich zu gebrauchen war, war ich ja nun doch neugierig, was die erste fertige Release jetzt so kann. Mit einigen Klicks also zum kostenlosen Download und in wenigen Sekunden war alles betriebsbereit, inclusive einiger freier eBooks zum Ausprobieren.

Äußerlich sieht Digital Editions aus wie ein etwas zu dunkel geratenes iTunes, nur im Flash-Format. Schlicht und ergreifend mit intuitiver Benutzeroberfläche. Ob das nun unbedingt dunkelgrau-schwarz-orange sein muss ist Geschmackssache, aber wenigstens lenkt nicht unnötiger Schnickschnack vom Wesentlichen ab.

Die Bibliothek ist übersichtlich und lässt sich beliebig mit „bookshelves“, sprich virtuellen Bücherregalen erweitern. Im Prinzip nichts anderes als Playlists bei iTunes, etc. So kann man dann aber auch seine Bücher nach Genre oder Autor oder wie man gerade möchte sortieren. Die Bücher werden als Thumbnails dargestellt, mit Cover falls vorhanden.

Die mitgelieferten Samples funktionieren einwandfrei, die Schrift ist gut lesbar – endlich eine leichte Serifenschrift, die Beta hing noch sehr am schwer leserlichen Sansserif… Und, unfassbar aber wahr: man kann endlich scrollen! Und beim Ändern der Fenstergröße geht die Zeile auch nicht mehr verloren… Ein großes Plus an die Entwickter -> +

So weit, so gut. Es folgt der Klick in die eigene elektronische Bibliothek… Es erstaunt wenig, dass ausschließlich Dateien in den Formaten PDF und EPUB erkannt und gelesen werden können, etwas ärgerlich ist es dennoch, schließlich haben sich über die Jahre dann doch verschiedene Formate angesammelt und ehrlich gesagt nervt es ja doch, für jedes Buch einen anderen Reader installieren zu müssen, aber es kann ja kein Entwickler ahnen, dass es Nutzer gibt, die schon seit Jahren eBooks lesen… ^^ Wenigstens ist Adobe wohl davon abgekommen noch ein weiteres Format extra für Digital Editions durchzusetzen, Containerformate hin oder her. Stattdessen hat Adobe eine „Ausleih-Funktion“ eingebaut. Man kann bei verschiedenen Bibliotheken kostenlos Bücher herunterladen, die dann nach entsprechender Zeit ablaufen und nicht mehr lesbar sind. Danach muss man sie vom Rechner löschen, quasi zurückgeben. Dies kann man auch bereits vor Ablauf der Ausleihfrist tun, was anderen Interessenten insofern zugute kommt, als dass die Bibliotheken wohl nur eine begrenzte Zahl an ausleihbaren Downloads zur Verfügung stellen. Ein guter Ansatz! Ich bin gespannt, ob der sich durchsetzen kann. Für Studenten wird dies sicher zum Teil dadurch entschieden, ob die Print-Funktion bei ausgeliehenen Unibüchern funktioniert; ich wäre sehr dafür! Wobei „alles auswählen“ (Ctrl+A) in der Version 1.0 nicht funktioniert.

Was noch etwas nervt sind die durchgehend sehr pixeligen Coverbilder. Eine interne Umwandlung in Vektorgrafiken wäre optisch sicher nett… Aber gut. Es sieht so aus, als hätte sich Adobe die meist lautstarke Kritik an der Betaversion zu Herzen genommen. Wenn die nächste Version dann noch News und RSS-Feeds liest und es auch noch Plugins für diverse andere e-Formate gibt, bin ich schon beeindruckt. Und für diejenigen bei denen es noch am Englischen hapert, sollte es bald auch Versionen in den jeweiligen Muttersprachen geben…

[rating:3.5]

Ähnliche Beiträge

Ein Kommentar

  1. Pingback: eBooks gratis : ViennaWriter’sBlog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.