Nüsschen zusammensammeln

Nach zwei Jahren Corona herrscht mittlerweile überall wieder rege Betriebsamkeit und ich merke, wie es aus allen Richtungen an mir zieht und Leute von überall aus Dinge wollen. Das ist schön! Vor allem die Aufträge, die auch noch bezahlt werden. 😉 Aber es kommen viele unterschiedliche Dinge rein und wo ich früher noch gesagt hätte: „Hurra, viel Abwechslung!“, muss ich mir heute eingestehen, dass eine Fokussierung wohl gut täte. Nach drei Jahren Selbständigkeit als Autorin, die auch Coaching und Workshops im Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit anbietet, muss ich wohl etwas nachschärfen. Wobei ich seit Jahren ein Problem habe: Immer, wenn ich sage: „Ich mache jetzt mehr Schreib-Aufträge“, kommen Anfragen nach IT-Sicherheit und Datenschutz. Und wenn ich dann sage: „Okay, dann verlagere ich meinen Schwerpunkt auf Datenschutz und IT-Sicherheit“, dann kommen die Anfragen nach Schreiben. Immer.

Ich merke vor allem, dass ich so viel gar nicht schaffe. Ich will auch gar nicht mehr soviel schaffen, wie vor Corona; ich wünsche mir freie Wochenenden und Feierabend vor 20:00 Uhr. Meist ist es deutlich später.

Ich bin ein neugieriger Mensch, probiere immer wieder Dinge aus, verteile meine Ressourcen in die Fläche und alle paar Jahre sammel‘ ich meine Nüsschen wieder ein und mache meinen Hort etwas kleiner. Dies ist gerade eine dieser Zeiten.
Wie kann ich also meine Energien bündeln und nicht alles überall hin verteilen? Welche Dinge kann ich lassen, damit es einfacher wird, die Dinge zu tun, die ich wirklich tun möchte? Unter der Prämisse, dass ich gern selbständig weiterarbeiten will und keine Festanstellung anstrebe.
Nachdem ich vorhabe, irgendwann in den nächsten Jahren wieder nach Deutschland zu ziehen, und es mit der Selbständigkeit dort schwieriger ist als hier in Österreich, sollte ich mich in eine Richtung orientieren, die mit der deutschen KSK, der Künstlersozialkasse, kompatibel ist. Also mehr bezahlte Textarbeit, etwas weniger Workshops oder eben solche, die sich auch unter dem Aspekt „Schreiben“ verbuchen lassen.

Zwei Dinge, die ich gern machen würde, habe ich auch schon auf meiner Hauptwebseite ergänzt. Das ist auch noch so eine Sache: Mehrere Webseiten. Da muss ich demnächst ran, die würde ich gern wieder zu einer vereinen. Und ja, ich weiß, dass Marketingmenschen jetzt nervös werden wegen der unterschiedlichen Zielgruppen. Aber ich bin eben nur eine Person mit einem Zeitkontingent von 24 Stunden pro Tag, von denen ich acht bis neun gerne schlafen würde und Freizeit und Spaß und Entspannung wären zur Abwechslung auch mal wieder schön. Oder so etwas Revolutionäres wie Urlaub.
Also, die zwei Dinge, die ich gern machen würde: Techniklektorat für Selfpublisher:innen und Verlage und Awareness-Kurzgeschichten für Firmen.

Beim Techniklektorat denke ich, dass es viele Geschichten bereichern würde, wenn das, was Autor:innen sich ausgedacht haben, auch tatsächlich technisch machbar wäre. Oft würden kleine Änderungen schon viel helfen, eine Story realistischer werden zu lassen – sogar unter Berücksichtigung der Bitte von z. B. Behörden, dass Krimis nicht zu realistisch sein sollen, um keine Anleitung darzustellen. Aber ein Rechner geht beispielsweise nicht in Flammen auf, wenn der Arbeitsspeicher überlastet ist. Alle Geschichten, in denen das Internet, KI oder Computer an sich eine Rolle spielen, könnten von meinem Background und einem Lektorat auf technische Machbarkeit hin, profitieren.

Die Datenschutz- und IT-Sicherheits-Kurzgeschichten machen richtig Spaß. Mir und der Kollegin, mit der ich sie zusammen für einen österreichischen Konzern gerade schreibe, genauso wie den Angestellten, die sie im Rahmen interner Schulungen bekommen – als eBook, ausgedruckte Hefte in der Kantine und von mir gesprochene Hörbücher für die Außendienstmitarbeiter:innen und alle, die lieber hören als lesen. So etwas könnte jede Firma ergänzend zu den Maßnahmen im Haus gut gebrauchen. Wenn Ihr jemanden kennt, der oder die so etwas für die Firma haben wollen könnte, gebt den Link gerne weiter.

Was ich lassen möchte: die Patreon-Seite. Was sehr schade ist, da einige Patrons mich wirklich großartig unterstützen. Und ich danke ihnen von Herzen! Was mich nicht glücklich macht ist, dass Inhalte auf einer anderen Seite liegen, die ich nicht selbst in der Hand habe und die jederzeit weg sein könnten. Die werde ich vorher hier noch als Blogposts einfädeln, bevor ich die Seite schließe. Natürlich bleiben alle anderen Möglichkeiten, mich zu unterstützen, erhalten. Am liebsten per Direktüberweisung: bunq.me/viennawriter – so kommt tatsächlich der gesamte Betrag bei mir an.

Was ich auch runterfahren werde, sind unbezahlte Aufträge. Nicht, weil ich sie nicht mag (ganz im Gegenteil, das sind die Aufträge „für’s Herz“), sondern aus der Notwendigkeit heraus, dass ich mich um mich und meinen Broterwerb kümmern muss. Ich hoffe, das ist für alle nachvollziehbar, wenn ich – leider! – jetzt öfter mal Nein sagen muss.

Ich hoffe, dass ich das mit der Neuausrichtung, bzw. Schärfung meines Fokus‘, gut hinkriege. Wenn Ihr gute Ideen habt, freu ich mich auf einen Austausch. Und vielleicht kennt Ihr ja Menschen, die Awareness-Kurzgeschichten oder Techniklektorat gut gebrauchen könnten und gebt denen die Info weiter. 🙂

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