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Das Hemd-aus-der-Hose-Wort…

Mein jüngster Neuzugang im Bücherregal ist ein Niederösterreich-Wörterbuch: Sou redn mia dahoam: Sammlung niederösterreichischer Mundart-Ausdrücke. Am Ostermontag sorgte das Buch bereits für allerlei Amüsement, vor allem weil auch „Eingeborene“ den ein oder anderen Ausdruck nicht kannten – so auch „Pfoadschdutzn“. Das bedeutet „Hemd, das aus der Hose heraushängt“ („Pfoad“ = Hemd und „Schdutzn“, was hier auch Socke oder Stulpe heißt – > eine Hemdsocke???). Ich kann mir das Wort bei besten Willen nicht merken, hingegen schon, dass es ein Wort für ein aus der Hose hängendes Hemd gibt. Ein „Hemd-aus-der-Hose-Wort“ halt… 😉 Genauso wie „a Prezn reißn“ (zu Sturz kommen), „Kooparata“ (Kaplan, wohl nicht sehr nett gemeint, wenn ich das drüberstehende Wort „Koop“ / „Kop“ = kastrierter Widder in Betracht ziehe) sowie „güsna“ (weinen) und viele, viele andere Ausdrücke auf 794 Buchseiten, die vermutlich nie ihren Weg in meinen aktiven Wortschatz finden werden. Aber vielleicht verstehe ich sie ja nun, wenn ich sie höre.

Zur „Erholung“ habe ich mir nach diesem sprachlichen Ausflug dann das Hannoversche Wörterbuch durchgesehen. Ich komme zwar nicht genau aus Hannover, um genau zu sein eher zwischen Hildesheim und Goslar her, aber gute zwei Drittel sind auch dort gebräuchlich. Beispielsweise das ein oder andere ‚t‘ an unvermuteten Stellen, meist am Wortende so wie bei „anderst“, „ebent“ oder „damalst“ aber auch in „vorichte Woche“. Eine Tür die zu ist, ist eine „zue“ Tür, eine Puppe die ihr Bein verlor hat, hat ein „abenes“ Bein (oder abes / appes). Es gibt auch „ausse“ (ausgeschaltete) Fernseher, man kann „schnökern“ (Süßigkeiten essen / naschen) und hinterher noch immer einen „Japp“ (Heißhunger / Appetit) auf Wurstbrot haben… Und das Schöne ist, ich darf das sagen, das steht nämlich alles im Wörterbuch! 😉

Ein äquivalentes „Hemd-aus-der-Hose-Wort“ habe ich allerdings auf Anhieb nicht gefunden. Vielleicht kann da noch jemand Nachhilfe geben? Zumindest kann ich jetzt nachschlagen, wenn ich hier mal wieder ein Wort höre, das ich nicht kenn‘, wobei ich mir dann noch ausdenken muss, wie man das in Mundart wohl schreiben mag…

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