"Wir zahlen übrigens nichts für die Lesung"

STOP. Der Moment, wo man nachts wach wird, und sich über sich selber ärgert, dass man für eine unbezahlte Lesung zugesagt hat - weil das Gespräch so nett war! *headdesk* Ja, ok, ich darf einen eigenen Büchertisch machen und Bücher verkaufen. Aber wo bleibt die Wertschätzung? Und der Lohn? Immerhin bespaßt man da eine Anzahl Personen an einem Abend. Man engagiert ja auch nicht eine Band für eine Veranstaltung für lau. Und wenn die Anreisekosten auch nicht übernommen werden, muss dann noch die Autorin dafür zahlen, dass sie da lesen darf.

Nein, das mache ich nicht mehr. Immerhin will ich als "Pro-Autorin" von dem leben, was ich mit meiner Autorentätigkeit - also Bücher schreiben, verkaufen, Lesungen halten, Kreativworkshops geben - verdiene. Und wenn ich € 200,- zahle, dass ich an den Lesungsort komme, müssten vor Ort schon alle Zuschauer*innen mehr als ein Buch kaufen, um das wieder reinzuwirtschaften.

Ich werde also heute den Veranstalter anrufen und nachhaken, ob es nicht wenigstens einen Anerkennungsbeitrag gibt - jeder noch so kleine Verein kann zumindest € 20,- oder vielleicht € 50,- auftreiben. Sonst sage ich leider ab. Nicht, weil ich die Lesung nicht machen möchte, aber ich kann es mir schlichtweg so nicht leisten. Vielleicht können sie sich ja mit noch einem anderen Verein zusammentun und ich mach zwei Lesungen an einem Wochenende. Man kann ja über alles reden. Nur nicht mehr über unbezahlte Lesungen.

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