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Texttreff Blogwichteln: „Ein weißes Blatt Papier“ von Katrin Zinoun

Texttreff Blog WichtelnDieses Jahr wurde vom Texttreff ein Blogwichteln ausgerufen und Katrin Zinoun mit ihrem Blog dialogtexte.de hat mich bewichtelt – ein supernetter Text über Write Monkey und die ersten Erfahrungen damit. Ganz herzlichen Dank!!!

Ein weißes Blatt Papier

Ich freue mich darauf, an der Blogwichtelaktion des Texttreffs teilzunehmen. Ich stöbere ein wenig im mir zugelosten Blog und nehme mir vor eine Softwarerezension über ein kleines Tool zu schreiben, was ich sehr gern nutze. Es geht dabei um Write Monkey, ein Schreibprogramm, bei dem man nichts, als ein weißes Blatt Papier – oder besser gesagt einen komplett weißen Bildschirm – vor sich hat. Das ist sehr praktisch, denn wenn man sich auf seinen Text konzentrieren will benötigt man Ruhe. Ein weißer Bildschirm bedeutet weniger Ablenkung. Man sieht keine Sie-haben-eine-neue-Nachricht-Meldung, keine @xyz-mentioned-you-Fenster, keine komm-lass-dich-ablenken-Offenen-Programme. Nur einen weißen Bildschirm, auf dem meine Gedanken Platz finden können.

Ich öffne also Write Monkey, denn natürlich schreibe ich diesen Text damit. Monkey says: „If you can’t be a poet, be a poem.“ Hm. Gut. Bevor ich lange darüber nachdenke, schließe ich dieses Fenster. Gibt es nicht eine Möglichkeit, diese Begrüßungssprüche abzustellen? Die lenken ja auch nur ab. (Wie soll ich denn bitteschön ein Gedicht sein?!?)

Ich gehe zu „Preferences“ und was sehe ich? Man kann hier die Farbe des Papiers und der Tinte verändern. Toll! Ich probiere zahlreiche Farbkombinationen. Keine gefällt mir. Dort gibt es noch einen Button „Try luck“. Ich drücke drauf. Oh wie wundervoll! Zufällige Farbkombinationen. Im
Hintergrund sehe ich meinen schon geschriebenen Text und das „Papier“ in den verschiedensten Farben aufleuchten. Jedes Mal, wenn ich auf den Button drücke ändert es sich. Bei manchen Farbkombinationen schmerzen meine Augen schon nach einer halben Sekunde. Ich bleibe jetzt bei dunkelgrauem Hintergrund und bei einer hellen beigefarbenen Schrift. Das ist ganz gut. Aber ich wollte ja die Sprüche ausschalten.

Ich öffne noch einmal das Fenster für die Einstellungen und erwische versehentlich „Progress“. Ich sehe mir das Fenster an und denke, das könnte ja nützlich sein. Dort werden die Statistiken angezeigt, wie viele Zeichen, Wörter, Sätze habe ich schon geschrieben. Außerdem kann man festlegen, wie lang der Text sein soll, was sehr praktisch ist, wenn man auf eine bestimmte Länge schreiben muss. Hier kann ich auch einen Timer einstellen, sollte ich mal die Schreibzeit begrenzen wollen.

Aber ich wollte ja die Sprüche beim Öffnen des Programmes abstellen. Also zurück zu „Preferences“. Ich gehe durch die Register: „Screen Elements“ – nein, hier wird angezeigt, was ich alles auf dem Bildschirm sehen kann, unter anderem kann ich hier den Balken für den Fortschritt einstellen. „Colors
& Fonts“ – oh nein, schnell weg, ich will ja schreiben und nicht mit den Farbeinstellungen spielen. „Open & Save“ – nein, hier sicher nicht. „Layout“ – ah, hier kann ich Ränder, Zeilenabstand, Absätze, Einzüge festlegen. Gut zu wissen. „Spelling“, „Replacements“ und „Print & Export“ auch nicht. Nur nicht aufgeben, es kommen noch mehr Optionen. Bei „Jumps“ legt man Überschriften, Nummerierungen usw. fest. „Lookups“ schlägt mir diverse Nachschlagewerke vor, in denen ich stöbern würde, wenn ich Zeit hätte. Aber ich will ja schreiben. Das letzte Fenster ist „Misc“. Was ist das? Hier kann ich einen Ton einstellen. Jetzt klingt es wie eine alte Schreibmaschine. Moment, da steht „Check for additional sounds …“

Ich klappe mein Notebook zu und hole mir ein Blatt Papier und einen Stift. Ich setze mich also an meinen Tisch, nehme den Stift … Da stechen mir die Pflanzen ins Auge. Oh Gott, die Blätter hängen ja schon runter. Ich gehe erstmal schnell Blumengießen.

PS: Hat man einmal alle Einstellungen für sich festgelegt, dann ist Write Monkey sehr empfehlenswert! Natürlich kann man auch auf Papier schreiben, aber auch da ist immer Prokrastinationspotenzial vorhanden.

Danke, Katrin! Das mit dem Prokrastinationspotential kenne ich nur zu gut. Eigentlich gehört noch die Wäsche gewaschen, die Katzen gestreichelt, und, oh ja, die Pflanzen… Fensterputzen, Boden wischen, Betten machen, frisch beziehen, wo ich schon dabei bin… Selten ist die Wohnung so sauber und die Katzen so bespaßt wie wenn ich eigentlich grad dringend was zu schreiben hätte! 😉 Wobei mir einfällt: Es ist bald Weihnachten, ich muss noch Kekse backen. Und dann ganz dringend nochmal auf Katrins Blog vorbeischauen… 😉

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4 Kommentare

  1. Eigentlich sollte ich jetzt gar nicht diesen Beitrag lesen, sondern arbeiten, aber dann ploppte der Posteingang auf und ich las: „Blogwichteln“ … 😉

    Ich fürchte, es ist hoffnungslos. Ist man nicht in der richtigen Stimmung zum Schreiben/Arbeiten im Allgemeinen, dann findet man schon etwas zum Ablenken. Am besten hilft da immer noch eine bedrohlich nahende Deadline!

    Aber das Tool schau ich mir trotzdem mal an.

  2. Eigentlich wollte ich schreiben …
    das ist eigentlich ein guter erster Satz 😉 Vielleicht bleibe ich einfach bei der normalen, langweiligen Textverarbeitung, da komm ich nicht groß auf die Idee, alle Farb- und Stilvarianten auszuprobieren.
    Andererseits, neulich bin ich auch auf so ein Programm gestoßen, yWriter, nur – loslegen kann ich da auch nicht gleich. Ich kann wunderbar anfangen und rumspielen mit Figurendarstellungen, Schauplätze anlegen, Szenen … und noch ist keine einzige Zeile geschrieben – eigentlich wollte ich schreiben.

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