Ich habe ja schon seit Jahren mit mir gerungen und wollte immer von Facebook weg. Das Einloggen auf der Plattform war immer etwas, zu dem ich mich immer erst hab zwingen müssen und dann hab ich schnell das Update geschrieben, gehofft, dass keine Nachrichten da waren und dass ich mich möglichst schnell wieder ausloggen konnte.

Jetzt kam letzte Woche das Urteil des EUGH, dass die Betreiber von FB-Seiten mitverantwortlich sind für den Datenschutz auf FB-Seiten. Dass ich nicht lache! Selbst wenn _ich_ das Tracking auf meiner Autorenseite abschalten wollte (was ich sofort tun würde), es geht einfach nicht. Es gibt momentan absolut keine Möglichkeit, dies zu beeinflussen. Eine Datenschutzerklärung müsste ich dennoch auf die Seite stellen.

Heute früh habe ich das versucht. Ich hab mich hingesetzt und wollte eine Datenschutzerklärung für meine Autorenseite auf Facebook schreiben. Es ist nicht so, dass das Schreiben einer Datenschutzerklärung an sich das Problem gewesen wäre, das habe ich die letzten Wochen mit der DSGVO ausreichend geübt. Aber ich hab mich einfach so mies, so falsch gefühlt dabei – die Besucher der Seite in so etwas wie eine Schein-Sicherheit zu schieben. Ich kann das nicht guten Gewissens tun. Am Ende habe ich die Seite depubliziert. Nicht aus Angst vor einer Abmahnung, sondern aus Überzeugung.

Letztlich habe ich durch den EUGH nun endlich einen sehr guten Grund, die Seite zu löschen. Ich kann, will und werde das Geschäftsmodell von Facebook nicht weiter unterstützen, das würde mir auch keiner glauben, der mich kennt.

Da es noch immer Gruppen gibt, die sich ausschließlich auf Facebook treffen, habe ich meinen privaten Account noch behalten, aber zumindest meine Autorenseite runtergenommen.

Ich weiß, Verlage verlangen oft von Autor*innen, auf Facebook präsent zu sein – des Marketings wegen. Wer eine große Community hat, dessen Bücher verkaufen sich besser. Mag sein, aber die Community habe ich lieber anderswo als auf FB. Hier auf meinem eigenen Blog zum Beispiel. Auf Patreon oder SteadyHQ (da bin ich grad noch in der Entscheidungsphase, welches von beiden ich tatsächlich “bewirtschaften” will). Auf Twitter und Mastodon bin ich übrigens auch aktiv. Nur nicht mehr auf Facebook. Und ich fühle mich wirklich erleichtert.

Bye bye Facebook

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