Der Jul-Besen
Viele Kulturen und Religionen feiern in der dunkelsten Zeit des Jahres eines ihrer Jahresfeste: Weihnachten Hanukkah, Mittwinter/Jul, gefolgt von den Raunächten und dem Jahreswechsel. Jedes dieser Feste ist verbunden mit Symbolen und Traditionen. Den Weihnachtsbaum kennen hierzulande vermutlich die meisten. Die weltliche Variante von Weihnachten brachte den Weihnachtsmann im roten Mantel samt Schlitten und Rentieren. Den neunarmigen Leuchter des jüdischen Chanukka (dt. Lichterfest) sieht man heute auch wieder öfter. Die Traditionen des heidnischen (engl. pagan) Julfestes (engl. Yule) sind dagegen meist weniger bekannt. Eine davon ist der Yule-Log, ein Holzscheit, der zum Julfest entzündet wird mit einem Span des Julscheits vom vorherigen Jahr. Andere Traditionen, die aus dem Heidnischen stammen sind Immergrün ins Haus holen und Geschenke geben – Bräuche, die die Christen übernahmen, als sie die Länder nördlich der Alpen christianisierten.
Der Jul-Besen hingegen ist keine heidnische Tradition – zumindest nicht, dass ich wüsste.
Es fing alles ganz harmlos an. Einen Baum fällen, um Immergrün ins Haus zu holen fand ich schon immer doof, auch wenn mich beim Anblick des Weihnachtsbaums bei der Familie durchaus Kindheitserinnerungen und warme Gefühle von Zusammensein ereilen. Im Studi-Wohnheim dekorierte ich jedes Jahr eine Zimmerpflanze (jedes Jahr eine andere), die war schon immergrün. Bei meinem Exmann und mir lebten auch schon drei Katzen, also auch da kein Baum, sondern zuerst die Zimmerpflanze. Irgendwann hatten wir einen Leuchter in Form eines metallenen Geästs über dem Esstisch, das ich dann immer passend zu den Jahreszeiten und -Festen dekorierte. (Sollte ich doch noch Bilder wiederfinden, werde ich hier eins ergänzen.)
Die Lampe konnte ich bei meinem Auszug nicht mitnehmen. Allerdings habe ich seit bald dreißig Jahren, seit ich regelmäßig jedes Jahr auf Mittelaltermärkten gearbeitet habe, einen Reisigbesen (zwei, um genau zu sein) und einer davon stand immer neben der Tür (Reisigseite nach oben). Der Fellow Nerd und ich teilen einen etwas schrägen Humor und als wir zusammenzogen, hängten wir ihn „in Fliegeposition“ über den Esstisch. Fortan dekorierte ich den Besen zu allen Gelegenheiten. Meine Beweisfotos davon sind leider lückenhaft, aber ab 2018 kann ich unseren „Julbesen“ belegen; wobei ich von 2019 kein Bild habe. Ich bin allerdings auch nicht ganz sicher, ob ich ihn 2019 geschmückt hatte, nachdem wir in dem Jahr nicht bei meiner Familie waren und meine Stimmung zu Jahresende deswegen einen ziemlichen Knick hatte.
Unsere Jul-Besen-Galerie
Die meisten Bilder hatte ich sogar auf Mastodon gepostet. 2022 war das Bild samt Schaf im #Fediventskalender2022.
Und natürlich waren Schaf und Julbesen in einem von mir handgemachten Adventskalender im Jahr 2020.

Wer jetzt auch einen Julbesen in die Wohnung hängen möchte, nur zu! Ich kann es nur empfehlen. Ist weit genug weg von den Katzen, sieht gut aus, erinnert an heidnische (pagan) Traditionen, kostet keine Baum-Leben und man hat trotzdem so etwas wie einen Weihnachtsbaum. Win-win-win-win-win.
Habt ein ganz zauberhaftes Fest mit euren Lieben – welches auch immer ihr in der Mitte des Winters feiert. Habt es schön und gemütlich, mit guten Gesprächen und allem, was ihr euch für ein schönes Fest wünscht. Und dann einen guten Rutsch in ein gesundes und friedliches 2026.







