|

Adventskalender 2014 – 23. Dezember

Sherlock Holmes Museum, 221b Baker Street, London
Sherlock Holmes – The Man Who Never Lived And Will Never Die. Natürlich musste ich mir die Sonderausstellung im Museum of London ansehen. Samt „Sherlock Walking Tour“. Meine Highlights?

1. 221b Baker Street gibt es gar nicht. Das ist so ähnlich wie Bielefeld, nur literarischer. Arthur Conan Doyle war nicht in London, als er den ersten Sherlock Holmes schrieb. Er nahm einfach eine fiktive Adresse. Die Baker Street ging damals nur bis Hausnummer 100 oder so. Viel später wurde die Baker Street mit der Upper Baker Street zusammengelegt, und dann gab es Hausnummern bis etwa 250 hoch. Auf Hausnummer 219-230 (so in etwa) war dann eine Bank. Und sie bekamen plötzlich Unmengen an Post für Sherlock Holmes. Soviel, dass sie schließlich jemanden Vollzeit engagierten, der sich um die Fanpost kümmerte. Und dann kam die Sherlock Homes Society, die nebenan (tatsächliche Hausnummer: 234, angeschrieben 221b) das Sherlock Homes Museum eröffnete. Dann bekamen sie natürlich die Fanpost und wollten diese beantworten, aber die Bank hatte dann ja schon jemanden dafür. Sie haben sich dann einige Jahre darum gestritten, bis die Bank schließlich von dort wegzog. Das Sherlock Holmes Museum ist noch immer da. Und wirklich einen Besuch wert – ich war im Sommer dort.

2. Das Abendessen von Arthur Conan Doyle und Oscar Wilde im Londoner Langham Hotel – damals (wie heute wohl auch) ein Nobelhotel, das damals bereits elektrisches Licht und Toiletten mit Wasserspülung hatte – wir reden hier ja vom Jahr 1889). Die beiden waren von Joseph M. Stoddart, dem Publisher des Lippincott’s Monthly Magazine eingeladen worden und Oscar Wilde kam – natürlich – im perfekten Dandystyle. Von Conan Doyle heißt es, er sah aus wie ein Walross im Sonntagsoutfit. Aber sie hatten wohl einen hervorragenden Abend und beide Schriftsteller bekamen den Auftrag für einen Roman. Conan Doyle schrieb daraufhin „The Sign of Four“, Wilde schrieb „The Picture of Dorian Gray“. Die erste Seite vom Manuskript des Sign of Four ist auch im London Museum zu sehen. Ich hab allerdings keine Möglichkeit gefunden, sie unauffällig mitzunehmen. 😉

3. MOFFAT, WHY??? Nein, diesmal nicht Dr. Who, sondern die Neuverfilmung von Sherlock mit Benedict Cumberbatch als Sherlock und Martin Freeman als Watson. Die Sherlock Walking Tour des Museum of London endet am St. Bart’s Hospital, wo Sherlock am Ende der 2 Serie herunterspringt – und überlebt. Genau neben der Stelle, an der Sherlock, vermeintlich tot, auf dem Pflaster liegt, steht eine Telefonzelle. Die war bis vor Kurzem von oben bis unten von Fans mit Nachrichten und den wildesten Theorien beklebt, wie er es gemacht haben könnte. Die Theorien sind in die dritte Serie mit eingeflossen, aber aufgeklärt wurde Sherlocks Überleben bisher nicht. Die Telefonzelle wurde von dem Zettelwerk befreit, aber die Fenster im Erdgeschoss des Hospitals sind noch immer mit Fingern beschrieben. Auf dem zweiten von Links heißt es „MOFFAT, WHY???“ – warum tut er uns das nur an? 😉

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert